Rat und Tat

Wie surfe ich bequemer und sicherer im Netz?


Sie wollen bequemer und sicherer im Netz surfen? Legen Sie sich mit dem Laptop aufs flauschige Sofa und surfen Sie nur im Elektrosmog-Schutzanzug. Davon abgesehen hätte ich noch ein paar weitere Tipps für Sie, mit denen Ihr alltäglicher Umgang mit dem Internet bequemer und sicherer wird. Und dies ganz ohne Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit.

Lernen Sie Kurzbefehle

Mit einigen wenigen Tastenkombinationen sind Sie deutlich schneller und bequemer in Netz unterwegs.

Ctrl + N: Neues Fenster öffnen
Ctrl + T: Neuen Tab im aktuellen Fenster öffnen
Ctrl + F: Aktuell angezeigte Seite durchsuchen
Ctrl + L: In die Adresszeile springen, um eine neue URL einzugeben
Ctrl + «Home»: An den Seitenanfang springen

Neben diesen gebräuchlichsten Kombinationen gibt es noch eine ganze Fülle von weiteren, die je nach Browser und Betriebssystem leicht voneinander abweichen können. Über eine Suchmaschine oder die Hilfe-Funktion Ihres Browsers gelangen Sie zu einer Übersicht. Je nachdem, wie Sie im Internet zu navigieren pflegen, werden Sie noch die eine oder andere hilfreiche Funktion finden.

Verwenden Sie einen Passwortmanager

Im Umgang mit Passwörtern ideal ist die Variante, dass Sie für jeden Dienst, den Sie nutzen, ein anderes, sehr komplexes Passwort verwenden und keines davon jemals notieren. Bei der Fülle an Passwörtern, die der heutige Netznomade benötigt, ist das ohne Asperger-Syndrom aber nicht mehr zu schaffen. Die meisten Nutzer entscheiden sich in diesem Konflikt zwischen Einfachheit und Sicherheit für das falsche. Sie verwenden dasselbe Passwort dutzendfach oder beschränken sich auf sehr einfache Passwörter. Das laut einer Studie meistgenutzte Passwort ist 123456, selbst das Passwort «Passwort» befindet sich unter den fünf beliebtesten Passwörtern – wenn Sie Ihre sensiblen Daten so sichern, dann können Sie sie gleich per Luftpost in die Cybercrime-Hinterhöfe von Russland und China schicken. Etwas Schlauere wählen verschiedene, komplexe Passwörter und speichern diese über einen Passwortmanager im Browser ab. Das hat den Nachteil, dass die Passwörter nicht zur Hand sind, wenn man einen fremden Computer nutzt. Ausserdem sind die Passwörter auch so nicht wirklich gut geschützt. Leisten Sie sich einen professionellen Passwortmanager, die Investition lohnt sich. Sensible Zugangsdaten sind so jederzeit sicher und von überall her abrufbar. Zu empfehlen ist der Schweizer Dienst Datainherit.com. Er kostet 1.50 Franken im Monat und bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die Passwörter vererbt werden können, sollte man wider Erwarten das Zeitliche segnen (Siehe: «Lebe ich im Netz ewig?»).

Kurzbefehl von David BauerSie lesen einen Auszug aus dem Buch «Kurzbefehl. Der Kompass für das digitale Leben.» von David Bauer. Sie können das Buch jetzt bestellen, weiterstöbern, diesen Text kommentieren oder selber eine Frage zum digitalen Leben stellen. Ah ja, und via Facebook weiterempfehlen dürfen Sie es auch gerne.

Erstellen Sie ein Paypal-Konto

Paypal ist Ihre virtuelle Geldbörse. Mit ihr können Sie in den meisten Onlineshops bezahlen, ohne dass Sie jedem Anbieter Ihre Kreditkarteninformationen angeben müssen. Alles was Sie tun müssen, ist beim seriösen Anbieter Paypal.com ein Kundenkonto eröffnen und Ihre Kreditkarteninformationen angeben. Wenn Sie nun in einem Onlineshop etwas kaufen wollen, wählen Sie die (meist vorhandene) Bezahloption Paypal aus. Sobald Sie eingeloggt sind und die Zahlung bestätigen, wird diese über Ihre Kreditkarte verbucht. Der Anbieter des Shops erhält aber keine Angaben zu Ihrer Kreditkarte, sein Geschäftspartner ist Paypal. Sie gewinnen doppelt: Sie haben ein bequemes, schnelles Zahlungsinstrument für Ihre Einkäufe im Netz zur Hand und gleichzeitig die Sicherheit, dass Ihre Kreditkarteninformationen nicht in falsche Hände geraten. Ob der Händler die gewünschte Ware dann zuverlässig liefert, ist nochmals eine andere Frage. Darum gilt vor jedem Kauf bei einem Händler, den Sie noch nicht kennen: via Google oder Twitter recherchieren, was andere über den Shop zu berichten haben, und sich vergewissern, dass eine Kontaktadresse angegeben ist (ein Postfach auf den British Virgin Islands oder im Kanton Zug sollte Sie stutzig machen).

Speichern Sie Bookmarks intelligent

Bookmarks sollte man zum besseren Verständnis auf zwei verschiedene Arten übersetzen. Zum einen wörtlich als Lesezeichen, zum anderen etwas freier als Eselsohren. Denn es gibt solche und solche Bookmarks. Die Lesezeichen brauchen wir für jene Seiten, die wir täglich aufschlagen – unser Webmail, Facebook, das Menü der Firmenkantine, was auch immer wir regelmässig brauchen. Die Lesezeichen speichern Sie lokal in Ihrem Browser ab, die wichtigsten zehn (wenn es überhaupt mehr als zehn sind) direkt in der Menüleiste, wo sie mit einem Klick erreichbar sind. Die Eselsohren dagegen brauchen wir für Websites, auf die wir beim täglichen Surfen stossen und die wir vielleicht später nochmals brauchen könnten, allerdings nicht regelmässig, sondern höchstens punktuell – spannende Artikel, ein tolles Hotel, ein Produkt in einem Onlineshop. Diese speichern Sie in Ihrem Benutzerkonto bei einem speziellen Bookmarking-Dienst wie delicious.com. Alle dort abgelegten Links können Sie jederzeit und von überall aus bequem nach Schlagwörtern durchsuchen. Im Nu finden Sie Ihre Liste von guten Restaurants in New York, eine Reihe von Geschenkideen, die Ihnen mal gefallen haben, oder alle Quellen, die Sie brauchen, um ein Buch zu schreiben. Diese Trennung von Lesezeichen und Eselsohren sorgt dafür, dass die Bookmarks-Liste im Browser für den täglichen Gebrauch übersichtlich klein bleibt und Sie trotzdem jederzeit sämtliche Websites abrufbereit haben, die Sie irgendwann als erinnerungswürdig eingestuft haben. Extra-Trick: Wenn Sie bei jedem Aufstarten die gleiche Handvoll Websites öffnen müssen, speichern Sie diese im Browser als Lesezeichen-Gruppe ab. Mit einem Klick werden dann alle Websites nebeneinander geöffnet.

Gehen Sie nicht über offene Wireless-Netze ins Internet

Die Versuchung ist gross, denn ach so praktisch ist es und so urban-lässig noch dazu. Mal kurz im Café den Laptop aufklappen und E-Mails checken, dafür wird das offene WLAN ja schliesslich angeboten. Bloss: Das offene WLAN, auf das Sie ohne Passwort zugreifen können, ist ein offenes Scheunentor für jeden, der Böses im Schilde führt. Es ist ein Leichtes, Sie auszuspionieren, während Sie ein offenes Netz nutzen. Irgendjemand, der in der anderen Ecke des Cafés sitzt und neben bösen Absichten noch ein wenig technische Finesse mitbringt, kann sensible Daten von Ihrem Computer entwenden. Und so ist Ihr Passwort zum E-Mail-Konto schneller in fremden Händen, als Sie Ihren Espresso austrinken können. Darum: Surfen im offenen Netz ist vertretbar, passwortgeschützte Seiten aufrufen tabu. Für Ihr WLAN zu Hause gilt entsprechend: Verschlüsseln Sie es, so dass niemand über Ihr Netz surfen kann. Hier kommt nämlich noch ein anderer Aspekt hinzu: Lassen Sie das Netz unverschlüsselt, surft Ihr Nachbar vielleicht auf Ihrer Brandbreite mit. Das bremst Ihr Internet aus. Und falls der nette Nachbar Illegales im Internet treibt, hängen Sie mit.

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